Porträtfoto von Claudio Fürsatz

Investor und Unternehmer

Claudio Fürsatz

Beschäftigt sich seit 2019 mit Kapitalmärkten — angefangen im Kryptomarkt, heute mit Schwerpunkt auf dem Aktienmarkt. Daneben führt er eine Social-Media-Agentur.

Werdegang

Der Anlass war kein fachlicher. Claudio Fürsatz’ Mutter führte ein kleines, selbstständiges Lebensmittelgeschäft und geriet damit finanziell in Not. Er wollte sie entlasten — das war der Grund, aus dem er sich 2019 und 2020 zum ersten Mal ernsthaft mit Geld und Kapitalmärkten beschäftigte.

Parallel absolvierte er eine klassische Lehre, die er selbst als die schlechteste denkbare Ausbildung beschreibt. Das Thema Investieren lief nebenher, zunächst über den Kryptomarkt, weil der Einstieg dort niedrigschwellig war und ihn die Mechanik interessierte.

2020 kaufte er seinen ersten Bitcoin bei einem Kurs von rund 6.000 Euro und kaufte im Corona-Crash bei etwa 4.000 Euro nach. Im selben Zeitraum fiel sein erstes Aktien-Investment: Tesla.

2021 folgte der erste große Aufwärtszyklus, den er vollständig mitging. Aus eingesetzten 15.000 Euro wurden über 500.000 Euro, einmal 24.000 Euro Gewinn innerhalb einer Stunde. Es war, wie er heute sagt, der Punkt, an dem er die Risiken am wenigsten ernst nahm.

Unternehmerisch ging er einen zweiten Weg: Er baute eine Social-Media-Agentur auf und führt dort ein Team. Operative Verantwortung im eigenen Unternehmen und das eigene Portfolio prägen zusammen, wie er heute über Risiko und Planung spricht.

2019 2020 2021 danach heute Erster Zugang zum Thema, aus privatem Anlass Erster Bitcoin, erstes Aktien-Investment Der erste große Aufwärtszyklus Über 111.000 Euro Verlust an einem Tag Feste Regeln, quartalsweise Überprüfung
Die Stationen im Überblick. Der Einschnitt liegt nicht am Anfang, sondern nach dem ersten erfolgreichen Zyklus — und er ist der Grund für alles, was danach kam.

Der Bruch

Über 111.000 Euro, verloren auf einem Flug

Er bekam es nicht mit, während es passierte. Claudio Fürsatz saß im Flugzeug von Mexiko nach Paris, ohne Verbindung, ohne Möglichkeit einzugreifen. Als er in Paris ausstieg und zum ersten Mal wieder auf sein Portfolio sah, waren über 111.000 Euro weg.

Er beschreibt diesen Tag heute als den prägenden. Nicht, weil der Betrag so hoch war, sondern weil er offenlegte, worauf die Gewinne davor tatsächlich beruht hatten: auf einem Markt, der stieg, und nicht auf einem System, das trägt.

Es gab keine festen Regeln, wann eine Position geschlossen wird. Es gab keinen Exit-Plan. Solange alles nach oben lief, fiel das nicht auf.

Der Satz, auf den er es selbst bringt: Erfolg ohne festes System und ohne vorher festgelegten Exit-Plan ist nicht wiederholbar. Nicht, weil man zu wenig weiß — sondern weil ohne Regeln im entscheidenden Moment die Situation entscheidet und nicht man selbst. Alles, was danach kam, ist die Konsequenz aus diesem Tag.

Der nächste Schritt war entsprechend nüchtern: Er investierte über 25.000 Euro in die Jahresmitgliedschaft bei einem Mentor, der zuvor bei Goldman Sachs tätig war, und baute mit ihm ein Aktienportfolio nach festgelegten Kriterien auf. Der Unterschied zu vorher liegt weniger in der Auswahl der Titel als darin, dass die Regeln vor der Entscheidung feststehen.

Was er heute macht

  1. Makroanalyse

    Ausgangspunkt ist nicht das einzelne Unternehmen, sondern das Umfeld. Er verfolgt über 100 Indikatoren, darunter Zinsen, globale Liquidität, die Politik der Notenbanken und den Dollar-Index. Die Frage dahinter ist immer dieselbe: In welcher Phase befindet sich der Markt gerade?

  2. Dynamisches Aktienportfolio

    Ausdrücklich kein Buy-and-Hold. Das Portfolio wird quartalsweise neu bewertet — anhand von Umsatzwachstum, Gewinn je Aktie (EPS), freiem Cashflow und Forward P/E. Positionen, die diese Prüfung nicht bestehen, bleiben nicht aus Gewohnheit im Depot.

  3. Drei-Phasen-Modell des KI-Zyklus

    Eine Einordnung, welche Unternehmen in welcher Phase des KI-Investitionszyklus relevant sind: zuerst die Primary Infrastructure, dann die Engpässe entlang der Kette und die Rechenzentren, zuletzt die Adoption in der Breite. Das Modell entscheidet nicht, ob investiert wird, sondern wo im Zyklus man steht.

  4. Krypto-Kernstrategie

    Für den kleineren Kryptoanteil eine feste Aufteilung: 60 Prozent Bitcoin, 20 Prozent etablierte Werte, 20 Prozent kleinere Projekte. Die Struktur steht vor der einzelnen Entscheidung. Krypto ist heute nicht mehr sein Schwerpunkt, gehört aber zu seiner Geschichte.